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Pinnwand Nr. 42

 
 

Der VBE zum OVG-Arbeitszeiturteil:

„Arbeitswissenschaftliche Vorgaben Voraussetzung für Gleichbehandlung!“

– Finanzierung der Zukunftsoffensive Bildung teilweise nicht legitimiert –

„Die klagenden Gymnasialkollegen haben es schwarz auf weiß erhalten. Die Erhöhung ihrer Unterrichtsverpflichtung von 23,5 Stunden pro Woche um eine Stunde ist laut OVG-Beschluss nicht legitimierte Mehrarbeit. Nun hat es sich gerächt, dass die nds Landesregierung eine arbeitswissenschaftliche Untersuchung der diversen unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Tätigkeiten und weiteren Beanspruchungen scheut(e) wie der Teufel das Weihwasser.“
Mit diesen Worten kommentiert VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer die in der Öffentlichkeit bekanntgewordenen Entscheidungs-gründe für das gestrige Urteil des OVG Lüneburg. „Seit Jahren fordert ihr Verband in zahlreichen Eingaben an das Kultusministerium
und den Landtag – zeitweise unterstützt von Oppositionsfraktionen – eine solche arbeitswissenschaftliche Untersuchung und Arbeitsfeld-beschreibung und hält sie angesichts des erweiterten Bildungsun Erziehungsauftrags aller Lehrkräfte in allen Schulstufen und Schulformen
für längst überfällig,“ so die VBE-Landesvorsitzende ergänzend. Nun hat nach Auffassung des VBE die Landesregierung vom OVG Lüneburg
einen Richtwert erhalten, auf dessen Grundlage und den Aspekten von Fürsorgepflicht und Gleichbehandlung die Arbeitszeit aller Lehrerinnen und Lehrer zu überprüfen ist.
Es ist deutlich geworden, dass die „Zukunftsoffensive Bildung“ den Eingriff in die Arbeitszeit der Lehrkräfte nicht rechtfertigt.
vbe Presse 10.06.2015

 
 

VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer nach der Schuldebatte:

„Niedersachsens Zukunft entscheidet sich am qualifizierten Nachwuchs!“

– Ideologische Nostalgie ist nicht zielführend –

„Nachdem der Pulverdampf um die Schulgesetznovelle verzogen ist, bleibt festzuhalten, dass Niedersachsens Eltern vorher wussten wie auch jetzt wissen, welche für ihre Kinder die bestmöglichen Schullaufbahnoptionen sind, nämlich die Abschlüsse die zum Hochschulzugang berechtigen.
Der von ideologisch orientierten Nostalgikern ins 21. Jahrhundert projektierte Schulkampf »gegliedertes Schulwesen versus integrierte Gesamtschule« geht an deren Erwartungen über die Schul-, Berufs- und Studienchance völlig vorbei.“ Mit diesen Worten kommentiert VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer den Nachklang zum Landtagsentscheid in der vergangenen Woche.
Nach Auffassung des VBE kommt es nun darauf an, wie die SPD-geführte Landesregierung ihr erklärtes Hauptziel der Legislaturperiode, nämlich die berufliche Nachwuchsförderung angesichts des ausgemachten Fachkräfteund Facharbeitermangels mit den anerkannten Elterninteressen in Einklang bringen wird. Der von Ministerpräsident Stefan Weil initiierte Demografiekongress mit seinen jüngst vorgestellten Empfehlungen muss dazu auch Einfluss auf die Ausarbeitung in den untergesetzlichen Regelungen durch das Kultusministerium für die Langzeitschulformen Gymnasium und integr. Gesamtschule haben. Für die profilorientierte Oberschule gilt die Aufhebung der Beschränkung für ein gymnasiales Angebot als vordringlich, damit sie ihren doppelten Bildungsauftrag, den der realen Bildung und den der wissenschafts-orientierten Bildung in Verbindung mit den weiterführenden höheren beruflichen und allgemeinen Bildungswegen vor allem im ländlichen Raum entfalten kann.
Die vom VBE mitgetragenen Veränderungen im Bereich der »inklusiven Ganztagsgrundschule« als „Basisstätte des institutionalisierten Lernens“ und zugleich als „demokratische Erziehungsschule“, die alle Talente durch Fördern und Fordern zu weiterführenden Schullauf-bahnen befähigt, verlangen eine angemessene Neubewertung der unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Tätigkeiten der Lehrkräfte sowie der Schulleitungsaufgaben. Hier hat die Rot-Grüne-Landtagsmehrheit eine Bringschuld, die sich sowohl in einer Neubewertung von Arbeitszeit, Personaleinsatz, Funktionsbewertung und spürbarer Entlastung niederzuschlagen hat.
vbe Presse 08.06.2015

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