Pinnwand Nr. 49

VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer bilanziert für Niedersachsen:

„Lehrkräfte hochmotiviert – Politik versagt bei Gelingensbedingungen für gute Schule!“

- FORSA-Studie im Auftrag des VBE zur »Berufszufriedenheit« -

„Für die Lehrkräfte ist derzeit die Politik der größte Belastungsfaktor. Die Ignoranz des Schulalltags durch die Politik bewerten die Lehrer mit
einer 4.0. Dieses Fazit, die der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann bei der Vorstellung einer bundesweiten repräsentativen FORSA-Studie im Auftrag des VBE „Zufriedenheit im Lehrerberuf“ am 29.02.2016 in Düsseldorf gezogen hat, lässt sich im vollen Umfang auch für die aktuelle schulpolitische Stimmungslage in Niedersachsen nachweisen,“ so VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer nach Auswertung der Befragungsergebnisse in einem ersten Kommentar.
„Im Gegensatz dazu steht eine hochmotivierte und engagierte Lehrerschaft, die mit 91 % gern in der Schule arbeitet und unverdrossen (zum
Teil) bis über die Belastbarkeitsgrenze hinaus momentan im Kontext von zunehmender Heterogenität, steigenden Anforderungen aufgrund von Inklusion und der Flüchtlingsbeschulung Meisterleistungen vollbringt. Die ausbleibenden Gelingensbedingungen werden als nicht mehr hinnehmbar bewertet.“
Laut Studie hat die überwältigende Mehrheit (86 %) der Befragten den Beruf gewählt, weil ihnen das Berufsbild gefällt bzw. ihnen die Aufgaben
eines Lehrers zusagen. Mit zunehmender Berufserfahrung und steigendem Lebensalter würden sie jungen Lehrern davon abraten, den Lehrerberuf zu ergreifen. Gründe dafür sind ein hohes Arbeitspensum, Stress, große Verantwortung und Überforderung. Entscheidend dafür ist das ausbleibende Gegensteuern durch die politisch Verantwortlichen. So würden außerunterrichtliche Aufgaben nicht realistisch als Arbeitszeit berechnet, Klassen seien zu groß, bei der Unterrichtung in heterogenen Klassen und beim Umgang mit schwierigen Schülern fehle die Unterstützung, die Bildung multiprofessioneller Teams fände (kaum) statt. Weitere Belastungsfaktoren sind zu kleine Klassenräume, eine hohe Unterrichtsverpflichtung, mangelnde Gesundheitsprävention an Schulen und veraltete Lehr- und Lernmaterialien.
Im Gegensatz zur Note 4.0 bez. der Schulpolitik der jeweiligen Landesregierungen wird von der überwiegenden Mehrheit der Befragten das
Schulklima positiv bewertet. Dieses sei getragen von einem guten Verhältnis und der Hilfsbereitschaft unter den Kollegen, einem von Respekt und persönlicher Integrität geprägten Verhältnis zur Schulleitung, einem Fortbildungsangebot und einer guten Zusammenarbeit mit den Eltern. Herausgehoben wird sowohl die kollegiale Zusammenarbeit als auch die Unterstützung durch die Berufsvertretungen.
VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer verweist in ihrem Fazit auf einen dringenden Handlungsbedarf der Politik bei der Neujustierung des Aufgabenfeldes und Arbeitsplatzes Schule für Niedersachsen. „Denn Berufszufriedenheit der an Schule Tätigen ist die Basis für gute Schule!“
Die FORSA-Studie ist veröffentlicht unter www.vbe.de/presse/meinungsumfragen.html

VBE Pressedinst Nr. 04/16 v.01.03.2016

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