13.11.2017

VBE Vorsitzender Franz-Josef Meyer warnt SPD-CDU Koalitionäre:

NIEDERSACHSEN VERSCHLÄFT WETTBEWERB UM LEHRERNACHWUCHS

Nachbarbundesländer setzen auf höhere Einstiegsbesoldung

 
 

"Während die zukünftigen niedersächsischen Regierungspartner SPD und CDU widersprüchliche Signale aussenden, wie sie den jetzigen und zukünftig stark ansteigenden Lehrermangel von prognostizierten 11.000 bis zum Jahr 2025 ersetzen wollen, hat nun auch Nordrhein-Westfalen reagiert und eine Anhebung der Bezüge für Grund- und Hauptschullehrer von A12 auf A13 beschlossen und damit die Weichen auf Attraktivität und Professionalität bei der Lehrergewinnung bereits ab 2018 gestellt".
Mit diesen Worten bewertet der VBE-Landesvorsitzende Franz-Josef Meyer die zukunftsweisende Entscheidung des Nachbarbundeslandes.

Meyer weiter: "Dies hat direkte Auswirkungen auf die Bewerberlage in Niedersachsen. Masterabsolventen und LehrerInnen im Vorbereitungsdienst werden scharenweise nach NRW abwandern und in Niedersachsen den Lehrermangel verschärfen. Die künftigen Koalitionspartner müssen jetzt reagieren und die Besoldung entsprechend anpassen - gleiche Besoldung für alle Lehrkräfte - mindestens A13/EG13!"

Die Voraussetzungen dazu sind bereits seit langem im Niedersächsischen Beamtengesetz (NBG/2009) und in der Allgemeinen Niedersächsischen Laufbahnverordnung (NLVO) vorhanden, aber auf Druck des damaligen Finanzministers für den Schulbereich (NLVO-Bildung/2010) ausgesetzt. Die Inhaber einer Lehrbefähigung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, Realschulen und für Sonderpädagogik haben ihre Ausbildung mit dem Mastergrad abgeschlossen – wie die Lehrkräfte der Lehrämter Gymnasien und Berufsbildende Schulen. Nun muss gehandelt werden, denn im Gegensatz zur Bewerberlage für die Gymnasien und Gesamtschulen geht den Grundschulen, den Ober-, Haupt- und Realschulen der professionelle Nachwuchs aus. Dies trifft in dramatischer Weise vor allem für den ländlichen Raum (Heide, Nordsee, südliches Niedersachsen) zu.

Meyer weist abschließend auch auf die richtungsweisende Entscheidung des NRW-Landeskabinetts hin, dass nach der bereits vollzogenen Anhebung der Besoldung für SchulleiterInnen auf mindestens A14 unabhängig von der Schulgröße nun auch die Konrektoren mit der Anhebung der Bezüge auf A13 plus Zulage (200 Euro) eine Aufwertung ihrer herausgehobenen Funktion erfahren.

Das gleiche muss zukünftig auch für die Ausbilder in den Studienseminaren GHR und Förderschulen gelten, deren Tätigkeit entsprechend aufzuwerten ist sowie für die Bezüge der LehrerInnen im Vorbereitungsdienst, die an die Bezüge der Studienreferendare anzugleichen sind.

Der VBE erwartet entsprechende niedersächsische Beschlüsse nach den vielen Wahlversprechungen zur Bekämpfung des Lehrermangels. Dieser ist sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den Schulleitungen dramatisch und muss endlich mit attraktiven Einstellungs- und Arbeitsbedingungen begegnet werden.

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