Rentner und Pensionäre eine Last?

 
 

Die ständige Diskussion über die Renten- und Pensionslasten unserer alternden Gesellschaft sind einseitig und meist sehr negativ.
Fast keiner der angeblich objektiven Kommentatoren in den zahlreichen Presseveröffentlichungen denkt über das Klischee hinaus.
Wann konnten wir schon mal lesen oder hören, welchen Gewinn eine Gesellschaft erzielt durch das vielseitige, freiwillige und kostenlose Engagement unserer Seniorinnen und Senioren. Es ist nicht nur ein ideeller Gewinn, sondern auch ein materieller, der sich in Euro und Cent errechnen lässt.
Das freiwillige Engagement beginnt schon in der Familie. Wie viele Omas und Opas kümmern sich um ihre Enkel, damit Mami und Papi in die Arbeit gehen können und so das Bruttosozialprodukt steigern. Würden diese Großeltern das nicht tun, müsste der Staat große Mengen an Geld investieren, um für die Kleinen noch mehr Betreuungsplätze zu schaffen. Schon hier spricht die Plus-Minus-Rechnung eindeutig für die Senioren.
Auch außerhalb der Familie sind Rentner und Pensionäre vielseitig engagiert. Viele Verbände und Vereine könnten ohne die ehrenamtliche Arbeit der sogenannten Ruheständler nicht überleben. Denken wir auch an die Kirchen und Sozialverbände, wo oftmals die Älteren eine maß-
gebliche Stütze sind. Nachbarschaftshilfen und andere Selbsthilfeeinrichtungen sind ebenfalls auf die kostenlose Mitarbeit der Seniorinnen und Senioren angewiesen.
Denken wir noch einen Schritt weiter: Wie froh sind Nachbarn und manche Bekannte, wenn ein Rentnerehepaar in der Nähe wohnt, das einem bei dringenden Erledigungen hilft, oder das Fachwissen aus dem Berufsleben kostenlos zur Verfügung stellt.
Und was würden unsere Alten- und Pflegeheimbewohner tun, wenn nicht der Besuchsdienst der Senioren bereitsteht und das völlig überlastete Pflegepersonal unterstützen würde. Auch in Kitas und Kindergärten ist die kostenlose Mithilfeder Älteren sehr willkommen.
In manchen Regionen unserer Republik bieten Seniorinnen und Senioren in solch großer Zahl ihre Hilfe an, sodass ein Überangebot entsteht. Deshalb werden beispielsweise Bewerbungsanträge von Rentnern und Pensionisten beim Bundesfreiwilligendienst immer wieder abgelehnt.
Ich könnte diese Liste noch um Vieles erweitern, aber allein aus dieser Aufzählung ist ersichtlich, dass wir Rentner und Pensionäre in der Summe einen großen Gewinn für unseren Staat darstellen und nicht eine Last sind. Hoffentlich merken das Politik und Presse auch einmal. Zu wünschen wäre es!

Max Schindlbeck, stellvertr. Vorsitzender der dbb-bundesseniorenvertretung

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