+++ auf ein Wort +++

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in Niedersachsen steht uns wohl für die nächsten Jahre eine große Koalition aus SPD und CDU bevor. Was das
für die Bildungspolitik bedeutet, bleibt abzuwarten. Für den VBE ist es ohnehin unerheblich, wer mit wem demnächst regiert – unsere Positionen und Forderungen sind den Parteien bekannt und werden auch weiterhin Diskussionsgrundlage in den Gesprächen mit den Bildungspolitikern sein.
Das erwarten wir von der neuen Landes­regierung zur Schul­ und Berufspolitik:
Wir müssen den Lehrerberuf in seiner Professionalität schützen und fördern. Die schleichende Entprofessionalisierung des Berufes dürfen wir nicht zulassen. Die Attraktivität des Berufes und die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte müssen verbessert werden.
Der VBE fordert:

  •  „Gleiche Arbeit – gleicher Lohn“ – bedeutet A 13 (EG13) für alle Lehrkräfte, wenn ein universitärer oder vergleichbarer Abschluss vorliegt,
  • Absenkung der Unterrichtsverpflichtung und mehr Anrechnungsstunden für besondere Belastungen (insbesondere für Grundschulen),
  • höhere Besoldung für Schulleitungen und Konrektoren an Grundschulen (mindestens A 14 für Schulleiter), mehr Leitungs­zeit (mindestens die Hälfte der Unterrichtsverpflichtung), Funktionsstellen und Konrektoren – auch für kleine Schulen,
  • Ausbildungskapazitäten in der Lehrerausbildung zu erhöhen, insbesondere mehr Studienplätze für die Sonderpädagogik und attraktive Weiterbildungsmöglich­keiten (z. B. postgraduales Studium).

Eine weitere „Baustelle“ im wahrsten Sinne des Wortes sind viele marode Schulgebäude, in denen die digitale Bildung von morgen gelehrt werden soll. Das kann nur durch umfangreiche Investitionen in Kooperation von Bund und Ländern gelöst werden.
Der VBE fordert:

  • Forcierung der Digitalisierung im Bildungswesen. Der VBE fordert die Politik auf, eine adäquate Infrastruktur, ausreichende finanzielle Mittel sowie eine qualifizierte Aus- und Fortbildung bereitzustellen.
  • Bereitstellung umfassender finanzieller Mittel durch Bund und Länder für den Neu­ und Umbau maroder Schulgebäude und für eine moderne Schulausstattung

Die Umsetzung der inklusiven Schule, eine effektive Sprachförderung und Sprachbildung sowie der Ausbau des Ganztags zu einer echten Ganztagsschule sind wesentliche Aufgaben für die nächsten Jahre und müssen von der Politik stärker als bisher unterstützt werden. Dies kann nur im Verbund mit multiprofessionellen Teams gelingen; Billiglösungen mit unqualifizierten Quereinsteigern helfen uns nicht weiter.
Der VBE fordert:

  • Stärkere Unterstützung bei der Umsetzung der inklu­siven Schule. Wir benötigen mehr sonderpädagogisches Personal, qualifizierte Fachkräfte und mehr Schulsozialarbeit. Für den VBE ist der Prozess der Inklusion grundsätzlich unumkehrbar und muss fortgesetzt werden.
  • Bessere Rahmenbedingungen zur Sicherstellung der Qualität im Ganztagsbetrieb. Der Ausbau zur gebundenen Ganztagsschule muss weiter vorangetrieben werden. 
  • Ausbau der Schulsozialarbeit für alle Schulen. Schulen sehen sich mit immer mehr erzieherischen und sozialpädagogischen Aufgaben konfrontiert. Hier fehlt die Hilfe durch Schulsozialarbeiter und Sozialpädagogen.
  • Stärkung der Oberschulen, damit sie im Wettbewerb mit den konkurrierenden Schulsystemen (Gesamtschulen, Gymnasien) bestehen können

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
für den Bildungsbereich stehen wir nach der Landtagswahl vor einem personellen Neuanfang. Für die vielen ungelösten Probleme in den Schulen brauchen wir dringend ein Zeichen der Wertschätzung unserer Arbeit und spürbare Verbesserungen. Die Zeit der Fensterreden und
leeren Versprechungen muss endlich vorbei sein.
Franz-Josef Meyer
VBE-Landesvorsitzender

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