das Schuljahr geht zügig seinem Ende zu. Durch den frühen Sommerferienbeginn verdichtet sich die Arbeit für Schüler/-innen und ihre Lehrkräfte. Die Stressgefahr ist groß. Von einem verantwortlichen Gesundheitsmanagement des Dienstherrn kann keine Rede sein. Wie dem Brief der Kultusministerin im SchVBl 5 zu entnehmen ist, hat sie die hohe Beanspruchung im Schulalltag auch registriert und vielleicht deshalb im MK ein neues Referat „Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement in Schulen und Studienseminaren“ etabliert. Zu befürchten ist allerdings, dass es nicht zu den Aufgaben des Referats gehören wird, die Wurzeln der Überlastungen anzugehen: Unterrichtsorganisation, Verwaltungsfülle, große Klassen, Unterrichtsverpflichtung im Primarbereich, Personalausstattung, Gestaltung des Arbeitsplatzes. Persönliches Training zum Stressabbau ist zwar wichtig, reicht aber allein nicht aus, auch der Arbeitgeber muss seinen Anteil leisten.
Die ersten hundert Tage im Amt als Ministerin sind vorbei und erste Punkte aus dem Koalitionsvertrag auf den Weg gebracht: die Rückkehr des Abiturs nach Klasse 13 an der IGS und die Senkung der Zügigkeit zur Gründung von Gesamtschulen. Die Begründung „faire und umfassende Bildungschancen zu garantieren“, wird vom VBE voll unterstützt. Allerdings sollte sie für
alle Schulformen gelten. Die Verdichtung des Unterrichts im Sekundarbereich I für das gymnasiale Angebot verhindert frühzeitig die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen. Das Abitur nach 13 Jahren muss auch für die KGS und die Oberschule eingeführt werden. Der Bildungs- und Erziehungsauftrag ist an allen Schulen gleichwertig. Eine Gewährleistung der „Teilhabe aller an Bildung“ setzt gleiche Bedingungen voraus.
Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Regierung mit dem „Konzept zur Weiterentwicklung der inklusiven Schule und zur Zukunft der Förderschulen“. Auch hierzu ist ein intensiver Dialog mit allen Beteiligten angekündigt. Noch warten wir darauf, dass Bedenken aus den Stellungnahmen zum Entwurf der untergesetzlichen Regelungen – wie zugesagt – eingearbeitet werden. Die bekannten Vorgaben führen schon jetzt an den Schulen zu Irritationen und Ängsten. Wer die grundsätzliche Zustimmung und Bereitschaft der Lehrerinnen und Lehrer nicht gefährden will, muss zügig Transparenz über die Rahmenbedingungen herstellen.
Auf einem guten Weg ist die Arbeit an der Weiterentwicklung der »Eigenverantwortlichen Schule«. Hier bewährt sich die dialogische Arbeitsform.
Für alle Vorhaben der Regierung im Bildungsbereich gilt: Ohne zusätzliche Investitionen werden sie erfolglos sein. Die Aufhebung des Kooperationsverbots wäre eine hilfreiche Unterstützung.
Ihre Gitta Franke-Zöllmer
VBE-Landesvorsitzende

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