„Die Zunahme der ethnischen, sozialen, sprachlichen und kulturellen Heterogenität der Bevölkerung in Niedersachsen zu erkennen, und das Recht auf gleiche Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund anzuerkennen, dazu hat sich die CDU-Landtagsfraktion im Rahmen ihrer Klausurtagung auf Borkum durchgerungen. Dies begrüßt der Verband Bildung und Erziehung (VBE), der gewerkschaftliche Zusammenschluss von Pädagoginnen und Pädagogen des Elementarbereichs sowie der Primar- und Sekundarstufenschulen ausdrücklich – Niedersachsen ist ein Einwanderungsland!“ Mit diesen Worten kommentierte VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer das bekannt gemachte CDU-Positionspapier »Vielfalt gerecht gestalten« und schränkte bewertend ein: „ Den Worten müssen auch tiefgreifende Taten folgen, denn mit durchgängiger Sprachförderung und mehr Lehrkräften mit Migrationshintergrund springt die regierende CDU zu kurz und verfehlt das vom Ministerpräsidenten ausgerufene Ziel.“
„Größtes Hindernis bleibt nachweislich das niedersächsische Schulsystem, das frühzeitig ausgrenzt und heterogene Lebensläufe nicht integriere und fördere. Dieses bekommen vor allem Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu spüren, die sich überproportional segregiert an Haupt- und Förderschulen einfinden“, so die VBE-Landesvorsitzende erläuternd: „Es müssen größere strukturelle Anstrengungen unternommen werden, als die bereits in der Regierungserklärung (28. April) vom MP Christian Wulff als Erfolg gefeierten bisherigen Sprachförderungen.“
Dazu gehöre die Herauslösung des 3. Kindergartenjahres aus der Freiwilligkeit des Elementarbereichs und dessen Umwandlung in ein „Schulstarterjahr“ mit Schulpflicht. Damit erübrige sich auch die fahrlässige Diskussion in den Regierungsparteien zur Haushaltssanierung die Kostenfreiheit des. 3. Kindergartenjahres wieder einzukassieren, dessen negativen Folgen gerade Kinder mit Migrationshintergrund und aus sozial schwierigen Milieus zu spüren bekämen. Die Aufstockung der Stundentafel in der Grundschule zur Ausweitung des Förderbedarfs einer endlich „anerkannten“ heterogenen Schülerschaft sollte angesichts der demographischen Entwicklung des Bevölkerungsnachwuchses umgehend erfolgen sowie weitere Integrationsprogramme in der Sekundarstufe eingeleitet werden.
Gitta Franke-Zöllmer abschließend: „Der VBE unterstützt die Gewinnung von Lehrkräften mit Migrationshintergrund für das öffentliche Schulwesen. Voraussetzung für den Einsatz von Lehrer/innen mit nicht in Deutschland erworbenen Lehrbefähigungen muss aber sein, dass diese dem vereinbarten »Europäischen Standard« entsprechen, ansonsten muss dem angeworbenen Personenkreis der Erwerb in Niedersachsen ermöglicht werden. Noch wichtiger für den VBE ist aber, dass die in Deutschland lebenden jungen Menschen mit Migrationshintergrund "schrankenlos" so gefördert werden, dass sie ohne Hürden zum Abitur und Studium kommen und so auch für das Lehramtsstudium gewonnen werden (können).“
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19.08.2010 VBE fragt CDU- und FDP-Landtagsfraktion: „Nun tritt ein, was viele Gegner des 8-jährigen Gymnasiums aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kir-chen und Gesellschaft befürchtet haben: Das 8-jährige Gymnasium soll schon wie im letzten Jahr-hundert als Regulativ gesellschaftlichen Auf- und Abstiegs bereits im Eingangsbereich (Klasse 5) dienen. Nicht anders kann der bekannt gewordene erneute Vorstoß der CDU-/FDP-Mehrheitsfraktion gedeutet werden, Kinder die 5. Klasse nicht wiederholen zu lassen, sondern sie zu einem Schulwechsel zu zwingen. Die konservativen Befürworter eines „kaiserlichen“ ständi-schen Schulwesens in den Reihen von CDU und FDP sehen sich wohl durch den Hamburger „Pyr-rhus-Sieg“ ihrer Klientel über eine 6-jährige Primarschule beflügelt, übersehen aber, dass man mit dieser die Zukunft der Jugend spaltenden Politik in Nordrhein-Westfalen abgewählt wurde.“ Mit diesen Worten bewertete, VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer die Landtagsinitiative der Regierungsparteien. ...mehr |
05.08.2010 VBE-Vorsitzende Gitta Franke-Zöllmer zur MK Pressekonferenz: „Die Gretchenfrage, welches, angesichts des dramatischen Schülerrückgangs, für Schüler und Eltern attraktive Schulangebot neben dem von den beiden Regierungsparteien favorisierten achtjährigen Gymnasium mittelfristig etabliert wird, konnte oder wollte Kultusminister Dr. Bernd Althusmann in seiner heutigen Pressekonferenz zum Schulbeginn nicht beantworten. Sein Hinweis auf eine kurzfristig zusammengetretene Arbeitsgruppe mit den kommunalen Spitzenorganisationen, die bereits im Herbst dieses Jahres zu einvernehmlichen regional angemessenen Vorschlägen kommen soll, ist sehr ermutigend. Eine parlamentarische Lösung der Schulstrukturdiskussion kann sie aber nicht ersetzen.“ Diese erste Bewertung gibt VBE Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer auf Anfrage der Medien zu bedenken. ...mehr |
16.06.2010 BE-Landesvorsitzende enttäuscht über Regierungsbeschluss: „Mit der inhaltlichen Neuausrichtung der Landesschulbehörde (LSchB), wie sie am Dienstag (14.06.2010) in Celle von der Landesregierung beschlossen wurde, haben sich wohl die restaurativen Kräfte eines obrigkeitsstaatlich orientierten Schulwesens wieder durchgesetzt. Der VBE teilt die deutliche Kritik der GRÜNEN (15.06.2010) im Nds. Landtag, die das von dem FDP-Regierungspartner vor allem initiierte Herzstück der niedersächsischen Schulreform, die »Eigenverantwortliche Schule«, infrage gestellt sehen.“ Dies stellte VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer in einer ersten Bewertung des Kabinettsbeschlusses fest. ...mehr |
16.06.2010 VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer kritisiert rigide Kürzungen: „Mit der Veröffentlichung einer rigiden Einsparliste von knapp 105 Mil. Euro (NOZ, S. 7, 16.06.2010) im Schulbereich, haben Kräfte aus der Regierungsverwaltung dem designierten Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) einen Bärendienst erwiesen. Während sich der scheidende MP Christian Wulff, der das Bildungsland Niedersachsen als Schwerpunkt seiner Regierungszeit ausgerufen hatte, auf seinem Zukunftsweg nach Berlin befindet, soll nun sein "Nachfolger" auf dem Rücken von Kindern, Eltern und Lehrern das prognostizierte große Haushaltsdefizit abdichten.“ ...mehr |