Hannover, 01.04.2008 - 06 VBE-Landesvorsitzende fordert Feinstaubverordnung für Schulen - Hoher Kreideverbrauch in den Turbo-Gymnasien - „Der erhöhte Kreideeinsatz durch die Stoffverdichtung auf 8 Jahre im Turbo-Gymnasium hat ein ebenso altes wie bisher verdrängtes Problem dermaßen verschärft, dass wir die Augen nicht länger verschließen dürfen vor den gesundheitlichen Auswirkungen für Schülerinnen und Schüler, das Lehrpersonal und nicht weniger für die Reinigungskräfte.“ Mit diesem dringenden Appell wandte sich die Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Gitta Franke-Zöllmer, am Dienstag in Hannover an die Öffentlichkeit.
„Nach internen Studien der OPEC – Länder ist der Kreidestaub durchaus geeignet, Allergien auszulösen oder bestehende zu verstärken. Bei internationalen Vergleichen liegt Deutschland erschreckenderweise auf den vorderen Plätzen bei der ppm – Konzentration (pars per million) und bei den Ablagerungen in den Klassenräumen. Es ist geradezu zynisch, wenn die Verantwortlichen scheinheilig die Belastung pro Schüler umrechnen. Bei den außerordentlich hohen Klassenfrequenzen verschleiert das die Werte, die für die Klassenräume festgestellt wurden,“ so Franke-Zöllmer.
Interessant und aufschlussreich seien fächer- und schulformspezifische Erhebungen. Die Fächer Sport und Kunst kämen dabei auf die positivsten Werte, während Deutsch, die Sprachen und Mathematik sprichwörtlich `viel Staub aufwirbelten´. „Insbesondere die hohen Unterrichtszeiten von 34 bis 36 Stunden und der Lehrer – Tafel – aktive klassische Frontalunterricht in der gymnasialen Mittelstufe bilden eine fragwürdige Grundlage für besonders hohe Kreide-Emissionen.“ Ministerpräsident Christian Wulff appellierte inzwischen an die Lehrerschaft, durch neue Unterrichtsmethoden und durch verstärkte Schüler-Eigentätigkeiten die Gefahrstoffbedrohung zu reduzieren.
Gescheitert seien Versuche einiger europäischer Nachbarländer, dem Staub durch das Tragen von einem Mundschutz zu begegnen. In der Praxis habe sich gezeigt, dass Dauerschwätzer und Störenfriede nicht mehr lokalisierbar gewesen wären. Auch sei es verstärkt zu Disziplinlosigkeiten gegenüber Lehrern wie unentdecktes Zungerausstecken gekommen. Vielversprechend seien dagegen Versuche in der Weser-Ems-Region, mit besonders saugfähigen Besen mit einem Borstenbesatz vom heimischen Jungschweinrücken den Staub aufzunehmen. Die Anregung der Ölmultis, nur noch Ölkreiden zu verwenden, sei schnell als reine Geschäftsidee entlarvt, wenn man an die hohen Rohstoffpreise denke. „Andererseits,“ so die Landesvorsitzende mahnend, „müssen wir auch die Hinweise wie die von IGLU und BOFROST ernst nehmen, dass es am Kreidefelsen von Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) immer wieder zu heimlichen Abbrüchen durch Unbefugte kommt, die langfristig zu ökologischen Schäden führen.“
| Weitere aktuelle Pressemitteilungen: |
30.08.2010 VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer begrüßt Lingener Beschlüsse: „Wer Niedersachsens Menschen, Wirtschaft und die unterschiedlichen Regionen zukunftsfähig gestalten will, kommt um die Weiterentwicklung der bisherigen ungeordneten vielgliedrigen Schullandschaft nicht herum. Dieses haben Ministerpräsident David McAllister und sein Kultusminister Dr. Bernd Althusmann mit ihren überzeugenden Gedanken für größere kommunale Flexibilität und Planungssi-cherheit bei der Entwicklung einer Schulstruktur in den Regionen des Landes auf dem Lingener CDU-Landesparteitag bewiesen.“ Mit diesen Worten bewertete VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer den einmütig beschlossenen Leitantrag des Landesvorstandes: ...mehr |
19.08.2010 VBE fragt CDU- und FDP-Landtagsfraktion: „Nun tritt ein, was viele Gegner des 8-jährigen Gymnasiums aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kir-chen und Gesellschaft befürchtet haben: Das 8-jährige Gymnasium soll schon wie im letzten Jahr-hundert als Regulativ gesellschaftlichen Auf- und Abstiegs bereits im Eingangsbereich (Klasse 5) dienen. Nicht anders kann der bekannt gewordene erneute Vorstoß der CDU-/FDP-Mehrheitsfraktion gedeutet werden, Kinder die 5. Klasse nicht wiederholen zu lassen, sondern sie zu einem Schulwechsel zu zwingen. Die konservativen Befürworter eines „kaiserlichen“ ständi-schen Schulwesens in den Reihen von CDU und FDP sehen sich wohl durch den Hamburger „Pyr-rhus-Sieg“ ihrer Klientel über eine 6-jährige Primarschule beflügelt, übersehen aber, dass man mit dieser die Zukunft der Jugend spaltenden Politik in Nordrhein-Westfalen abgewählt wurde.“ Mit diesen Worten bewertete, VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer die Landtagsinitiative der Regierungsparteien. ...mehr |
05.08.2010 VBE-Vorsitzende Gitta Franke-Zöllmer zur MK Pressekonferenz: „Die Gretchenfrage, welches, angesichts des dramatischen Schülerrückgangs, für Schüler und Eltern attraktive Schulangebot neben dem von den beiden Regierungsparteien favorisierten achtjährigen Gymnasium mittelfristig etabliert wird, konnte oder wollte Kultusminister Dr. Bernd Althusmann in seiner heutigen Pressekonferenz zum Schulbeginn nicht beantworten. Sein Hinweis auf eine kurzfristig zusammengetretene Arbeitsgruppe mit den kommunalen Spitzenorganisationen, die bereits im Herbst dieses Jahres zu einvernehmlichen regional angemessenen Vorschlägen kommen soll, ist sehr ermutigend. Eine parlamentarische Lösung der Schulstrukturdiskussion kann sie aber nicht ersetzen.“ Diese erste Bewertung gibt VBE Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer auf Anfrage der Medien zu bedenken. ...mehr |
16.06.2010 BE-Landesvorsitzende enttäuscht über Regierungsbeschluss: „Mit der inhaltlichen Neuausrichtung der Landesschulbehörde (LSchB), wie sie am Dienstag (14.06.2010) in Celle von der Landesregierung beschlossen wurde, haben sich wohl die restaurativen Kräfte eines obrigkeitsstaatlich orientierten Schulwesens wieder durchgesetzt. Der VBE teilt die deutliche Kritik der GRÜNEN (15.06.2010) im Nds. Landtag, die das von dem FDP-Regierungspartner vor allem initiierte Herzstück der niedersächsischen Schulreform, die »Eigenverantwortliche Schule«, infrage gestellt sehen.“ Dies stellte VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer in einer ersten Bewertung des Kabinettsbeschlusses fest. ...mehr |
16.06.2010 VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer kritisiert rigide Kürzungen: „Mit der Veröffentlichung einer rigiden Einsparliste von knapp 105 Mil. Euro (NOZ, S. 7, 16.06.2010) im Schulbereich, haben Kräfte aus der Regierungsverwaltung dem designierten Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) einen Bärendienst erwiesen. Während sich der scheidende MP Christian Wulff, der das Bildungsland Niedersachsen als Schwerpunkt seiner Regierungszeit ausgerufen hatte, auf seinem Zukunftsweg nach Berlin befindet, soll nun sein "Nachfolger" auf dem Rücken von Kindern, Eltern und Lehrern das prognostizierte große Haushaltsdefizit abdichten.“ ...mehr |
|