21.03.2019

VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer zur NDR-Meldung "Schulleitermangel":

„DER LÄNDLICHE RAUM WIRD BEI DEM GRUNDBILDUNGSANGEBOT WEITER ABGEHÄNGT!“

- Schulleitungsaufgaben an Grundschulen völlig unterbewertet -

 
 

„Es ist ein Skandal, dass die Grundschulen im ländlichen Raum zur Erfüllung ihres Bildungsauftrags statt auf ausgebildete Grundschullehrer/innen zunehmend auf Quereinsteiger und abgeordnete Lehrkräfte zurückgreifen müssen, und diese zusätzlich bei knapp jeder zehnten Schule ohne Schulleitung auskommen müssen. Seit Jahren hat der VBE diese Entwicklung heftig kritisiert und mit konkreten Vorschlägen zur Behebung des Schulleitermangels das Kultusministerium sowie die Landesregierung kontaktiert und für die höhere Bewertung und Gleichstellung mit ihren Kolleginnen und Kollegen an den Sekundarschulformen gestritten.

Im Gegensatz zu dem Nachbarbundesland Nordrhein-Westfalen und der Hansestadt Hamburg, die den Leitungsberuf u.a. durch eine höhere Besoldung attraktiver gestaltet haben (mindestens A14 unabhängig von der Schulgröße) sitzt Niedersachsen den Mangel aus“. Mit diesen Worten nimmt VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer zu der heutigen NDR-Meldung Stellung, die sich auf eine Landtagsanfrage der FDP und die Antwort des Kultusministers bezieht.

Meyer weiter: „Bis auf wohlgesetzte Worte im Koalitionsvertag der regierenden SPD/CDU-Koalitionspartner im Regierungsvertrag ist bisher keine größere Besserstellung der Dienstsituation der Schulleitungen vollzogen worden. Die Handlungsunwilligkeit des verantwortlichen Kultusministers ist angesichts der im Abschlussbericht der Arbeitszeitkommission, die u.a. eine generelle Anhebung der Leitungszeit, eine höhere Bewertung der Tätigkeiten, eine Entlastung für nicht delegierbare Aufgaben sowie Schulleitungsteams vorschlägt, zunehmend befremdlich. Das Nichthandeln beschädigt die qualitativen Bildungsangebote vor allem im ländlichen Raum“.

Zusammenfassend nennt der VBE-Landesvorsitzende für den eklatanten Bewerbermangel sowie für den zunehmenden Ausstieg von Kolleginnen und Kollegen aus der Schulleitung – meistens bei Grundschulen folgende Gründe:
1. Die hohe Unterrichtsverpflichtung - zu viel Unterricht - und zu wenig Leitungszeit,
2. das Management der Quereinsteiger und Abordnungen zur Sicherung der Unterrichtsqualität und
3. die Organisation des Schulpersonals (Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter usw.) und des Ganztagsangebotes.

Meyer abschließend: "Beim heute in Düsseldorf beginnenden Schulleitungskongress wird der VBE eine aktuelle forsa-Umfrage zur Berufszufriedenheit von Schulleitungen vorstellen, die genau zu dem heutigen Thema passt". (www.vbe.de)

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