04.02.2019

VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer fordert vom Kultusminister klares Bekenntnis:

„INKLUSIVE SCHULE WEITERENTWICKELN – RÜCKBAU FÜHRT ZURÜCK IN EIN SELEKTIVES SCHULWESEN!“

- Grundschulen werden mit Integrations- und Inklusionsaufgabe alleingelassen -

 
 

Mit deutlicher Kritik an der von SPD und CDU als Regierungspartner zu verantwortenden Schulpolitik und hier insbesondere an dem schleichenden Rückbau der im niedersächsischen Schulgesetz verankerten "Inklusiven Schule", eröffnete VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer als Mitveranstalter den 24. Oldenburger Grundschultag "Beziehungen positiv gestalten – Umgang mit Kindern mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten" im Kreishaus Cloppenburg.

In Anwesenheit des niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne sprach Franz-Josef Meyer von nicht wieder gut zu machenden Bildungsbenachteiligungen einer ganzen Schülergeneration, die durch sträfliche Vernachlässigung der personellen und sächlichen Ressourcen für den Integrations- und Inklusionsauftrag, für Sprach- und Schullaufbahnförderung in einer herkunftsmäßig und sozial sehr heterogen aufgestellten Schülerschaft verursacht werden.

Meyer wörtlich: „Die Zahl der Kinder mit festgestelltem und vermutetem sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf "emotional-soziale Entwicklung" ist laut KMK-Zahlen in den letzten zehn Jahren um 86 Prozent gestiegen. Dabei sind laut einer vom VBE-Bund bei Professor Dr. Bernd Ahrbeck im Jahr 2017 in Auftrag gegebene Expertise bis zu 17% aller Schüler eines Jahrgangs psychisch auffällig, 10% hätten akuten Handlungsbedarf.

Franz-Josef Meyer mahnte beim Kultusminister an: „ Jede Grundschule und Sek I-Schule muss ein Grundkontingent an Förderschullehrerstunden erhalten. Daneben ist insbesondere für den festgestellten Förderbedarf "emotionale-soziale Entwicklung" der Ausbau der Mobilen Dienste notwendig. Die vielfach zugesagten multiprofessionellen Teams müssen endlich Gestalt annehmen – dazu gehören systembezogene Schulsozialarbeiter, Gesundheitsfachkräfte und auch pflegerisches Personal. Die Studienplätze für das sonderpädagogische Lehramt sind dringend zu erhöhen.

Der VBE-Landesvorsitzende fasste abschließend zusammen: „Die aufgezeigten und weiteren administrativ veranlassten unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Beanspruchungen der Lehrkräfte an den nds. Grundschulen und Sek I-Schulen erfordern eine Neujustierung der Lehrerarbeitszeit, wie dies auch die vom KM eingesetzte Arbeitszeitkommission in ihrem Abschlussbericht feststellt, die sich u.a. für eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung der Grundschullehrkräfte von 28 auf 27 Unterrichtsstunden ausspricht“.

An den Kultusminister persönlich gewandt, sagte Meyer sinngemäß, die gegenteilige Aussage des Kultusministers vor dem Landtag könne man ihm dann nachsehen, wenn …“Sie statt der jüngst verkündeten wirkungslosen "Streichellisten" in den für 2019 angekündigten Verbändegesprächen den Einstieg in eine Arbeitszeitreform, die Anhebung der Entlastungsstunden in der GS, die Rückgabe der 2. Altersermäßigungsstunde (ab 60 Jahren) und einen Stufenplan für den Einstieg in A13 für alle Lehrämter auf den Tisch legen“.

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