19.12.2019

VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer zur Debatte über Pisa-Studie im Landtag:

„VIEL LÄRM – KAUM FORTSCHRITTE BEI INKLUSIVER BESCHULUNG!“

- Ja zur Chancengerechtigkeit bleibt ohne Umsetzungswillen nur leeres Lippenbekenntnis –

 
 

„Die heutige Rede des Kultusministers zu Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden der Schülerinnen und Schüler in Deutschland bei der aktuellen Pisa-Studie war enttäuschend. Statt Aufbruchstimmung bei der Gleichbehandlung von Kindern und Jugendlichen mit Handicaps in unseren Schulen ist nach zehn Jahren eher eine selbstverschuldete Katerstimmung zu spüren“, so Meyer in seiner Bewertung der Landtagsrede.

Das Beharren auf Doppelstrukturen führt die Inklusion in eine existenzielle Krise. Mit dem unnötigen Ressourcenverbrauch an Sonderpädagogen bedient das Kultusministerium indirekt die Argumente der Inklusionsgegner, auch unter Regierungspartnern sowie bei Teilen der Opposition.

Bei der Frage nach Chancengerechtigkeit und Bildungsqualität stellt Kultusminister Tonne zwar fest, dass die schlechten Leseleistungen „nicht akzeptabel“ seien und Bildungsgerechtigkeit gefördert werden solle, hat aber kein überzeugendes Konzept für das Gegensteuern.

Stattdessen preist er seine Programme „Lesen macht stark“, „Schule plus“ oder „Starke Sek I Schulen“ an, von denen jeweils nur wenige Schulen profitieren und nur Placebo-Maßnahmen sind angesichts der immensen Herausforderungen bei Inklusion, Integration und Digitalisierung, die alle Lehrkräfte betreffen.

Die niedersächsischen Schulen werden bei dieser Aufgabe sowie bei der Bildungsintegration von Kindern aus der Zuwanderungsgesellschaft alleingelassen, ein Drama angesichts des zunehmenden Lehrermangels. Die vom Kultusminister aufgezählten „Maßnahmen“ zur Steigerung der Bildungsqualität und zur Förderung der Chancengerechtigkeit sind „Eintagsfliegen“ und werden kaum spürbare positive Effekte haben.

Meyer abschließend: „Wenn die Landesregierung nicht endlich handelt und spürbare Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte - wozu auch eine bessere Bezahlung gehört - umsetzt, werden auch die nächsten Pisa-Ergebnisse nicht besser ausfallen“.

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